Aufgaben und Aufbau der Haut

Nur wenige Organe sind so wichtig, werden gerne wahrgenommen, aber dann doch wieder nur mäßig beachtet: die menschliche Haut. Sie ist doch deutlich mehr als nur eine nette Verpackung, die man im Sommer am Strand präsentiert und bräunen lässt, sie ist auch äußerst vielseitig und hat gerade deshalb besonders viele Funktionen. Sie ist im Aufbau sehr ähnlich der einer Zwiebel, da sie mehrere Hautschichten hat, eine Ober-, Leder- und Unterhaut.

Oberhaut (Epidermis)

Die wichtigste und optisch präsente Hautschicht ist die Oberhaut, welche den Körper in erster Linie vor Eindringlingen wie Krankheiten und Schädlingen in der Luft schützt, dazu kommt ein Schutz vor zu viel Feuchtigkeit. Sie setzt sich aus der Hornschicht, der Glanzschicht, der Körnerzellschicht, der Stachelzellschicht und der Basalschicht zusammen. Der Hauptbestandteil dieser Schicht sind Hornzellen, welche sich immer wieder von alleine beim gesunden Körper regenerieren bzw. alte, abgestorbene Zellen absondern – auf diese Weise wird alle 27 Tage die komplette oberste Schicht erneuert, das ist noch häufiger als bei einer Schlange. In der Oberhaut befinden sich übrigens auch Melaninzellen – diese bilden den Schutz gegen UV-Strahlen, um vor Sonnenbränden im Rahmen der körperlichen Möglichkeiten geschützt zu sein.

Lederhaut (Corium)

Schematische Darstellung der HautschichtenDiese Schicht der Haut bildet unter anderem auch die Nägel an Händen und Füßen sowie die Haare. Vor allem besteht sie aus Eiweißen und man kann sie sich etwa wie ein Netz vorstellen, die Fasern sind untereinander verbunden, damit die Haut rissfest und straff bzw. elastisch wird. Neben den vielen Haarwurzeln und Drüsen sowie Adern und Lymphbahnen liegen auch viele mobile Zellen in dieser Schicht der Haut, um bei oberflächlichen Verletzungen optimal wirken zu können. Auch Krankheiten können sie bekämpfen, genauso wie eher harmlose Eindringlinge (bspw. Staub oder Schmutz). Dank der Lederhaut funktionieren ebenso die Tastrezeptoren, die Druck, Dehnung, Erschütterungen und mehr für das Gehirn verständlich umwandeln.

Unterhaut (Subcutis)

Geschützt durch die weiter oben liegenden Hautschichten besteht diese Haut aus eher lockerem Bindegewebe, in dem Fett eingelagert ist, es hat damit eine polsternde Wirkung. Diese Zellen sorgen außerdem für guten Kälteschutz, dämpfen mit der Polsterung Erschütterungen ab und sorgen für wichtige Energiereserven.

Welche Aufgaben und Funktionen hat die Haut?

Insbesondere bietet unsere Haut Schutz vor Strahlen, Kälte und Hitze. Aber auch Druck, Stöße und Reibungen werden abgefedert, um den Körper zu entlasten. Zusätzlich kann sie sich eingeschränkt vor chemischer Einwirkung, Krankheiten und kleinen Mikroorganismen schützen sowie dem Verlust von körpereigener Wärme bzw. Feuchtigkeit vorbeugen. Den Schutz gegen fremde Eindringlinge realisiert die Haut aktiv mithilfe eines Schutzmantels aus Säure, womit keine (oder zumindest fast gar keine) Keime eindringen können. Bestimmte Stoffe von außen werden wiederverwertet, mithilfe der eigenen Durchblutung und der Absonderung von Schweiß über die Haut werden die Körperwärme und der Kreislauf ganz natürlich reguliert.

Sie wirkt ebenso als das wichtigste Sinnesorgan des menschlichen Körpers, über die Haut werden viele Dinge wahrgenommen, wie Schmerzen und Vibration, Druck oder Temperaturen von außen – mithilfe von körpereigenen Sinneszellen, den Rezeptoren. Außerdem kann sie Gerüche mit Duftstoffen (Pheromone) absondern, um Gefühle zu erzeugen oder sie alternativ darzustellen (gesträubte Haare, Erblassen, Erröten).

Veränderung der Hautstruktur im Alter

Mit zunehmendem Lebensalter ist auch der Aufbau der Haut etwas anders. Mit schleichendem Fortschritt werden die Schichten immer dünner, sodass die polsternde Fettschicht abnimmt, die Kollagenfasern und elastischen Fasern genauso, auch die Drüsen für die Schweißproduktion nehmen weiter ab. Infolge dessen reduziert sich auch die Durchblutung und die Versorgung mit Nährstoffen wird eingeschränkt.

Aufgrund der Veränderungen wird die Haut bei älteren Menschen merklich trockener und dünner. Außerdem spannt sie weniger, sodass Falten entstehen, sie nicht mehr so straff ist und außerdem leichter verletzt werden kann. Wunden werden langsamer regeneriert und auch Infektionen können zunehmen.