Juckreiz der Haut – was man dagegen unternehmen kann

Oft bemerkt man ein Signal des Körpers recht schnell, weil es doch sehr unangenehm und störend ist: Juckende Haut. Meist ist es nur kurzfristig, manche Dinge wie Insektenstiche, Allergien oder Krankheiten der Haut sowie Erkrankungen können aber auch länger anhalten und signalisieren über die Haut, dass etwas mit dem Körper nicht stimmt – obwohl die Ursache dafür nicht immer leicht zu finden ist.

Die juckende Haut wird oft nur als störend abgetan und selten macht sich jemand mehr als ein paar Momente Gedanken darüber, obwohl es doch recht quälend sein kann, wenn man nicht mehr mit dem Kratzen aufhören kann. Umso schwerer ist es dann, manche Stellen am Rücken zu erreichen oder mit dem Kratzen der Haut wieder aufzuhören – was man aber tunlichst machen sollte. Meist ist es zwar nur ein Mechanismus der Haut, um Bakterien oder Insekten zu beseitigen, bei zu intensiver Reibung können aber auch Verletzungen entstehen oder die Haut reißt ein. Ebenso fällt es bspw. jüngeren Kinder schwer, dem Juckreiz zu widerstehen, hier sieht man dann in späteren Jahren besonders gut, welche Narben aufgekratzte Hautstellen (z. B. während Windpocken) verursachen können, wenn man sie nicht in Ruhe lässt.

Wie juckende Haut zustande kommt

Frau kratzt sich an juckender StelleBis vor einigen Jahren ging man in der Medizin noch davon aus, dass der Juckreiz von denselben Nervenenden ausgelöst wurde wie der Schmerzreiz. Mittlerweile ist man aber der Meinung, dass es vielmehr eine untere Gruppierung von Nerven gibt, welche durch die Botenstoffe Serotonin und Histamin angeregt werden und Signale aussenden – was man medizinisch unter anderem daran sieht, dass Opiate schmerzhemmend wirken und gleichzeitig die Nerven dazu anregen, Juckreize auszusenden. Erzeugt werden die besagten Reize durch mechanische Verfahren, merkliche Temperaturveränderungen, Giftstoffe und marginale Stromstöße – alle erzeugen den Botenstoff Histamin und sorgen dann an einzelnen Körperstellen oder am ganzen Körper für verstärkten Juckreiz.

Was beim Kratzen der Haut geschieht

Wenn man sich an den juckenden Hautstellen kratzt, wird der Juckreiz für diese Zeit von einem Schmerzreiz überdeckt, was sich für den Menschen wie eine Linderung anfühlt. Danach werden durch die Behandlung der Haut von außen die oben erwähnten Botenstoffe verstärkt freigesetzt und verstärken dann den Juckreiz noch mehr, man kann also noch schlechter dem Reiz, zu kratzen, widerstehen. Wenn man dann noch weiter über die Haut geht und nicht aufhört, fängt die Haut mit der Zeit an, auch zu schmerzen oder zu brennen, weil sie oberflächlich leicht verletzt wurde. Dies kann im schlimmsten Fall zu chronischem Juckreiz führen, der wiederum zu Erschöpfung, Verletzungen durch Kratzspuren, Schlafmangel oder gar psychischen Problemen hinführt, welche man nicht so leicht abtun sollte.

Bei längerem Kratzen der Haut wird sie meist bluten oder mindestens aufgescheuert sein, mit der Heilung verkrustet sie anschließend. In den meisten Fällen hilft gegen das Jucken aber bereits schon Kühlung, um die Haut nicht zu beschädigen und gleichzeitig Heilung überflüssig zu machen.

Trockene Haut juckt

Natürlich wird es in vielen Fällen vorkommen, dass es der Haut einfach an Feuchtigkeit mangelt und sie zu trocken ist – also das glatte Gegenteil von zu fettiger Haut. Dies signalisiert der Körper mit dem ausgesendeten Juckreiz, hier hilft regelmäßige Pflege mit Creme oder Öl. Das Problem kann bspw. auch nach einem Urlaub geschehen, wenn man sich oft am Strand aufgehalten hat und die Bräune langsam verfliegt. Die Haut muss sich erst wieder mit der Kleidung und dem trockenen Raumklima arrangieren, was sie zusätzlich belastet. Wer dann mit Creme, Öl, viel Trinken und etwas feuchterer Luft nachhilft, kann die Haut dahingegen stark entlasten.

Hautkrankheiten bei Juckreiz

Auch bei Erkrankungen der Haut kann ein schlimmer Juckreiz entstehen. Das Jucken kann also eine Begleiterscheinung oder ein Vorbote von Erkrankungen wie Neurodermitis sein, die einiger Zeit der Heilung und Pflege sowie ärztlicher Begutachtung bedarf. Sind die Entzündungen stark juckend, kann ebenso ein schmerzhafter, störender Ausschlag entstehen, welcher unbedingt von einem Arzt behandelt werden sollte. Wenn keine Infektion für diesen Ausschlag auf der Haut ursächlich ist, bezeichnet man ihn als Ekzem – es gibt in diesem Bereich allerdings viele Ursachen wie Allergien oder Unverträglichkeiten und diverse kleinere Probleme.

Innere Erkrankungen bei Juckreiz der Haut

Frau juckt die HautAuf innere Krankheiten macht unser Körper ebenso mit juckender Haut aufmerksam, dazu gehören Nierenprobleme und -erkrankungen, ein Mangel an Eisen, Stoffwechselprobleme (Diabetes), Lebererkrankungen und zuletzt auch infektiöse Erkrankungen. In Extremfällen sind auch Problematiken wie eine Tumorerkrankung ursächlich, dies aber nur sehr selten. Teilweise ist es auch nur der Juckreiz, den der Körper einige Zeit produziert, wenn aber andere Symptome wie starke Gewichtsabnahme, starke Schweißbildung während der Nacht oder extreme Müdigkeit dazukommen, sollte man spätestens zu dem Zeitpunkt einen Arzt aufsuchen.

Juckreiz während der Schwangerschaft

Wenn während der Schwangerschaft ein starker Juckreiz auftritt, ist sehr oft eine Krankheit ursächlich und man sollte sich dringend einen Mediziner konsultieren. Dabei müssen nicht einmal Hautprobleme wie Ausschlag auftreten, der Körper signalisiert es meist schon nur mit juckender Haut, dass etwas nicht stimmt.

Haut juckt wegen psychischen Problemen

Obwohl es sehr extrem klingen mag, kann der Körper über die Haut auch bei starken psychischen Belastungen oder Erkrankungen einen Juckreiz abgeben – egal ob es nur eine kurze Extrembelastung oder längere Stressphasen sind. Die Körperstelle ist auch dabei egal, diese Probleme können am ganzen Körper auftreten. Wer länger psychische Probleme hat, muss mitunter auch mit aufgekratzter, verletzter Haut kämpfen, da diese dem ständigen Scheuern und Jucken nicht standhalten kann – daher immer mit dem Arzt Rücksprache halten, um langfristige Probleme in den Griff zu bekommen und keine Narben davon zu tragen.